Die kurze Antwort: Beginne bei der Aufgabe
Wenn euer Team Beschaffungsbelege, Materialdaten und Bestandsbewegungen im ERP verstehen oder bearbeiten soll, ist eine Schulung zur Materialwirtschaft beziehungsweise Sourcing and Procurement in SAP S/4HANA ein passender Ausgangspunkt. Geht es um Ariba-Anwendungen für Lieferanten, Ausschreibungen oder Einkaufsabläufe, sollte die Schulung die tatsächlich eingesetzte Ariba-Lösung behandeln. Arbeiten beide Systeme zusammen, braucht ihr zusätzlich ein gemeinsames Bild der Übergaben.
Die Entscheidung ist deshalb selten ein allgemeines „besser oder schlechter“. Eine Schulung muss zur Aufgabe, Rolle und konkreten Systemausprägung passen. Ein Kursname allein sagt noch nicht, ob jemand anschließend Bestellungen bearbeiten, Lieferantenauswahl strukturieren oder eine Integration untersuchen kann.
Was Materialwirtschaft und S/4HANA-Einkauf abdecken
SAP führt in seiner Lernübersicht zu S/4HANA Sourcing and Procurement unter anderem Organisationsstrukturen, Stammdaten, Beschaffung von Lager- und Verbrauchsmaterial sowie Auswertung und Überwachung auf. Für die Kursauswahl ist das eine fachliche Orientierung. Es ist keine Aussage darüber, welche Funktionen in eurem Mandanten freigeschaltet sind.
Für Anwender kann ein nachvollziehbarer Belegfluss wichtiger sein als eine breite Konfigurationsübersicht. Key User benötigen häufig zusätzliche Kontroll- und Diagnosefragen. Ein technischer Implementierungsworkshop setzt wiederum andere Vorkenntnisse und Zugriffe voraus. Diese Gruppen sollten nicht nur wegen desselben Produktnamens dieselbe Agenda erhalten.
Bei Ariba zuerst die konkrete Anwendung benennen
SAP beschreibt Ariba als Portfolio für Ausgaben- und Beschaffungsmanagement. Die Lernübersicht unterscheidet etwa Sourcing, Procurement, Spend Analysis, Contracts und Supplier Management. Eine Anfrage wie „Ariba für Einsteiger“ sollte deshalb vor der Buchung präzisiert werden: Welche Anwendung nutzt ihr und welche Entscheidung oder Arbeit soll damit gelingen?
- Lieferanten bewerten und Auswahlkriterien dokumentieren
- Einen Beschaffungs- oder Freigabeablauf nachvollziehen
- Vertragsinformationen fachlich zuordnen
- Eine Systemübergabe anhand eines dokumentierten Beispiels untersuchen
Gemeinsame Prozesse brauchen klare Systemgrenzen
Die SAP-Dokumentation beschreibt Integrationsszenarien zwischen S/4HANA-Beschaffung und Ariba-Anwendungen. Daraus folgt nicht, dass jede Installation dieselbe Aufgabenteilung hat. Für euren Workshop muss feststehen, wo ein Vorgang beginnt, welches System für welchen Schritt maßgeblich ist und wie Status oder Fehler weitergegeben werden.
Zeichnet einen konkreten Ablauf mit Rollen und Systemen auf einem Blatt auf. Markiert jede Übergabe und notiert, welche Information die nächste Rolle braucht. Eine offene Zuständigkeitsfrage gehört ins Briefing, statt während des Trainings durch eine unbelegte Annahme ersetzt zu werden. Änderungen an produktiven Schnittstellen oder Berechtigungen sind keine spontane Schulungsübung.
Ein eigener Übungsfall statt vertraulicher Echtdaten
Ein möglicher NextNowa-Übungsfall: Ein fiktives Unternehmen benötigt Ersatzteile für zwei Standorte. Die Gruppe erhält erfundene Materialdaten, drei Angebotsvarianten und eine bewusst unvollständige Statusmeldung. Sie ordnet Bedarf, Entscheidung, Bestellung und Rückmeldung den beteiligten Rollen zu und erklärt, welche Angaben vor der nächsten Übergabe fehlen.
Das Ergebnis ist eine Prozessskizze mit Begründungen und Prüffragen. Mit einer vereinbarten Übungsumgebung lässt sich der Fall technisch vertiefen. Ohne geeigneten Systemzugang bleibt er eine fachliche Prozessübung. Reale Lieferantendaten, Vertragskonditionen oder produktive Zugangsdaten werden dafür nicht benötigt.
Diese Angaben gehören in die Trainingsanfrage
Ein präzises Briefing verhindert, dass eine Anwendergruppe einen Konfigurationskurs bekommt oder ein Integrationsteam nur eine Produktvorstellung. Beschreibt eine typische Aufgabe und einen Fehlerfall in neutraler Form. Dazu kommen die eingesetzten Produkte, Editionen und organisatorischen Rollen.
- System, Edition und relevante Anwendung oder App
- Teilnehmerrollen und bereits vorhandene Prozesskenntnisse
- Zwei oder drei Aufgaben, die nach dem Training selbstständig gelingen sollen
- Verfügbare Übungsumgebung und zulässige Testdaten
- Sprache, Gruppengröße und gewünschter Zeitraum
- Verantwortliche Person für fachliche Abnahme und offene Systemfragen
So erkennst du ein brauchbares Lernziel
„Das Team kennt SAP“ ist zu ungenau. Überprüfbar wäre: Die Teilnehmenden erklären einen vereinbarten Beschaffungsfall, erkennen eine fehlende Information und begründen den nächsten zulässigen Arbeitsschritt. Der Abschluss kann eine kurze Fallbesprechung mit zuvor vereinbarten Kriterien sein. Das ist ein Lernnachweis im Workshop, kein Herstellerzertifikat.
Plane auch den Transfer: Wer beantwortet Rückfragen nach dem Workshop, welche Arbeitsanweisung wird ergänzt und wann prüft das Team die Anwendung? So verbindet ihr die Kursauswahl mit einer konkreten Verbesserung im Alltag, ohne einen Produktivitätsgewinn oder eine bestimmte Fehlerquote zu versprechen.
Passende NextNowa-Themen und nächste Schritte
Für Beschaffung und Bestandsführung findest du bei NextNowa das Thema SAP Materialwirtschaft. Für Sourcing und Beschaffungsabläufe gibt es einen eigenen Ariba-Workshopentwurf. Beschreibe bei deiner Anfrage das eingesetzte System und euer Ziel. Inhalte, Übungsumgebung, Trainerverfügbarkeit, Preis und Termine werden vor einer Buchung individuell abgestimmt. Die hier genutzten Herstellerquellen begründen keine Partnerschaft oder Autorisierung.
Quellen und Prüfstand
Offizielle Informationen, geprüft am 29. Oktober 2026. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung.
